Schlagwort-Archiv: schreiben

Der Zeitenhund wedelt mit mir

Vor bei­nahe 3 Jahren schrieb ich den letzten Teil der Zeitenhund-Saga. Nun ja, Saga ist viel­leicht ein wenig hoch­ge­griffen. Ge­schichten. Es sind alles in allem 17 kleine Ge­schichten, die sich immer mit tat­säch­li­chen Er­eig­nissen be­schäf­tigen, diese aber zeit­weilig in Irr­sinn tau­chen. Manchmal sind die Epi­soden lustig. Aber das liegt ja im Humor des Le­sers. Es werden viele au­then­ti­sche Ge­schehen ver­ar­beitet, aber auch Mär­chen oder bib­li­sche Er­zäh­lungen.  Wei­ter­lesen

Die Sense und die Rose

Ge­lang­weilt lehnte sie mit ihrem höl­zernen Körper an der heißen Wand. Die Sonne brannte un­barm­herzig auf die Welt nieder. Das tat ihrer an­sonsten schon grund­sätz­lich schlechten Laune nicht gut. Und sie war ge­lang­weilt. Au­ßerdem war die Sonne nun ge­wan­dert und blickte über die hohen Bäume hinweg auf sie hin­unter. Ihr Eisen brannte fürch­ter­lich, auch wenn, das im­merhin musste sie zu­geben, sehr hübsch im Licht fun­kelte. Na ja, er gab sich ja auch immer Mühe und schärfte sie nach allen Re­geln der Kunst. Der Ab­zieh­stein, sie liebte ihn, würde das na­tür­lich nie­mals zu­geben. Aber er machte sie wirk­lich scharf. Mitten in ihren Ge­danken räus­perte sich etwas neben ihr. Ach ja, die hatte sie ja voll­kommen ver­gessen.  Wei­ter­lesen

Flambierter Auflauf

Es war ein ge­wöhn­li­cher Abend in einem ge­wöhn­li­chen Jahr mit dem für den Herbst ge­wöhn­li­chen Nebel in den Straßen. Ich sah davon erst einmal nichts, weil ich schrei­bend auf den Mo­nitor starrte. Eine Ge­schichte si­ckerte eher zäh und zornig aus meinem Kopf. Wit­te­rungs­be­dingt, nehme ich an. Wäh­rend ich mich und die Tasten durch den Buch­sta­ben­salat quälte, drang un­ver­mit­telt eine Stimme an mein Ohr. Wei­ter­lesen

Wettrennen

Sie liebt den Putzdienst...

(Photo credit: Marcus Jüngling)

In­ner­lich rennen wir gegen un­sere ei­gene Ver­gäng­lich­keit an; sind von Ängsten ge­beu­telt und er­sti­cken an Be­denken. Immer dieses Hin­ter­fragen, welch Sinn, was Grund und die Wahr­heit von all dem? Ant­worten, es sind die Ant­worten, die wir er­hoffen. Doch nicht alle Teller sind silber, auf denen etwas prä­sen­tiert wird. Sie haben Ma­cken, sind kantig und scharf, schneiden dir ins Fleisch, lassen dich auf­stöhnen und ver­zwei­feln, den Glauben ver­lieren. Den Glauben an was? An das Leben? Eher nicht. An Gott? Gott ist viel­leicht schon tot. Wäh­rend es schneidet, das Fleisch an dir teilt, rennst du weiter und hastet nach den Ant­worten. Ver­zweif­lung und Tränen brennen in deinen Augen, heiße Let­tern bringen glü­hende Ant­worten in die Welt, die du nicht mehr siehst.

Der Tag, an dem alles still steht. Ein Blatt se­gelt sym­bo­lisch auf den nassen Boden, Frost sitzt hart und stumm auf Steinen und in der Ferne liegt die Ant­wort. Immer noch. Ge­gerbt, ge­al­tert und be­hauptet. Vom Blut fle­ckig und ver­klebt. Nicht we­niger wahr, aber seltsam und mit Über­win­dung an­zu­fassen. Das Wett­rennen des Le­bens für die Wahr­heit. Diese eine, echte, wirk­liche und wahr­haf­tige Wahrheit.

Wie ver­schwen­de­risch. Sie liegt in dir.