Schlagwort-Archiv: Nostalgie

Null

Mensch aus Menschen isst Menschen.
Mensch aus Men­schen isst Men­schen. (Photo credit: Ro­bert Agthe)

Eines Tages wachte er in einem fremden Zimmer auf. Die Luft um ihn herum roch nach un­ge­wohnten Men­schen. Seine Augen starrten in das un­be­kannte Licht eines neuen Tages. »Ach«, dachte er sich, »es ist doch egal. Alles ist fremd. Am meisten ich mir selbst.« Zu­erst be­wegte er sich nicht. Sein Körper hätte, wäre die Ma­tratze nicht ge­wesen, auch auf dem Boden liegen können.

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Relativität

the baloon
Image by .martin via Flickr

Mitten im Leben ste­hend,
fülle ich jeden Tag
mit einem La­chen.
Froh­sinn als Ab­zieh­bild,
kurz an­ge­leckt,
und auf die Sorgen ge­drückt.
So segle ich
auf Son­nen­flü­geln,
das zarte Le­bens­schiff
um scharfe Kanten.
Was soll denn,
was hier schon war,
noch schlimmer sein
als das Un­glück,
das mich ent­zweite und
letzten Endes,
in großem Glück,
mit dir ver­einte?
Welche Sorge
sollte mich noch plagen
die nicht schon einmal
an den Kanten lau­erte?
Es ist,
ohne jedes Be­dauern,
ge­kommen wie es konnte,
weil wir es ließen.

Frühlingsgedanken

Bellevue; 1,148 m; Gottschalkenberg; Zug; Swit...
Image via Wikipedia

Bis grade noch, ganz still und starr,
lag er nieder über’n ganzen Winter da.
Erst eis– und schnee­be­deckt,
jetzt von Wind und Regen hastig auf­ge­weckt.
Der Äcker brauner Mantel mit den Knit­ter­falten,
wird vom Bauer als­bald für reif ge­halten.
Die Klinge führt es bis zu einem Ende,
auf dass die Krume sich drehe und wende.
Auf dem Hofe in den di­cken Sä­cken,
will die Saat jetzt end­lich an der Erde lecken.

Die Freiheit des Schriftstellers

Still sitze ich auf meinem Stuhl und atme die Luft des alten Ar­beits­zim­mers ein. Ich sollte mich freier fühlen. Doch un­ge­wohnte Be­klem­mung legt sich auf meine Brust, macht das Atmen schwer. Ich schließe die Augen. Lasse den Mo­ment auf mich ein­wirken. Kein Laut aus der Welt dringt in mein Be­wusst­sein. Alles ist wo­an­ders, kei­nes­falls hier. Einsamkeit.

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