Schlagwort-Archiv: Mord

Kurz und knackig 39

English: A hot pool on the Artist's Palette, O...
Image via Wikipedia

Ge­müt­lich rekelte sie sich auf dem wei­chen Bezug der Lu­xus­son­nen­liege. Es war ein Tag, den würde sie gerne tau­send­fach wie­der­holen. Früh am Morgen raus aus den Fe­dern, einen le­ckeren Kaffee aus der Ma­schine extra or­di­n­aire, da­nach die Mas­sage und zum end­gül­tigen Chillen diese wun­der­volle Liege. Sie gäbe auch alles dafür, diesen Aus­druck ent­setzten Er­stau­nens jeden Tag in seinem Ge­sicht ge­nießen zu können. Leider war es so, dass die Men­schen eher tot waren, wenn ein 3500-Watt-Tauchsieder zu ihnen in den Pool fiel. Sie blickte kurz unter dem Rand ihres Son­nen­hutes in das Be­cken. Ach, wie an­mutig und ver­blüf­fend wi­der­spruchslos er dort Runde um Runde dahintrieb.

Kurz und knackig 29

Wolke
Image by Char­lotte Nordahl via Flickr

Sie hatte la­chen müssen, als bei der Brautent­füh­rung plötz­lich dieser schräge Typ auf­ge­taucht war. Mitten in der Stadt, weißes Pferd, schwarze Robe mit Ka­puze, Sense in der Hand. Er stand wie aus hei­terem Himmel vor ihr und hielt eine bleich und knö­chern schim­mernde Hand zu ihr hin. Ihre En­tou­rage tat un­ver­se­hens so, als sähe sie ihn nicht. Jetzt, hier oben in der Luft, konnte sie er­kennen, wie das Mist­stück von Manu das Gift in den Gulli warf. Dann schob sich eine Wolke zwi­schen Seele und Welt. Der Reiter be­schleu­nigte und sie vergaß alle Sorgen und Freuden.

Kurz und knackig 18

Explosion. Waziristan
Image by Nort­hampton Mu­seums via Flickr

Akri­bisch ging er noch­mals alles durch. An einer schi­cken Kordel hing ein No­tiz­buch um seinen son­nen­ge­bräunten Hals, in das seine Liste nieder ge­schrieben war. An der Haustür zog er einen di­cken Schluss­strich unter seine Auf­zeich­nungen und schloss die Tür hinter sich ab.
Die Ex­plo­sion war ge­waltig. Die kom­plette Villa zer­stört, dem Er­boden gleich ge­macht. Neu­gie­rige Gaffer konnten nun bis in den Keller bli­cken. Von der aris­to­kra­ti­schen Be­sit­zerin fand man le­dig­lich ein­zelne Kno­chen. Nur ihr Freund, ein Dandy, mit le­derner Son­nen­bank­haut, hatte Glück ge­habt. Er be­fand sich zur Ex­plo­sion auf Golf­tour. „Haben sie etwas zu schreiben?“ fragte der ernst drein­schau­ende Kri­mi­nal­be­amte den glück­li­chen Über­le­benden. Dieser nickte stolz, er­starrte dann aber, als der Kri­mi­naler sein Büch­lein aufschlug.

Kurz und knackig 14

Razor
Image via Wikipedia

Ihre Finger huschten ge­konnt über die Tas­tatur. Un­vor­stell­bare Summen, bis heute leb­lose De­visen, er­wachten durch die flinken Be­rüh­rungen ihrer Hände aus dem Schlummer. Zinsen waren genug ein­ge­nommen, jetzt würden Länder wanken. Es war dunkel in der Fi­liale, draußen herrschte der Nebel über die Nacht. Auf ihrem Zei­ge­finger glänzte ein feuchter Bluts­tropfen. Sie streifte ihn nach­lässig an der Bluse ab. Dabei be­merkte sie ihren baren Busen, wie er aus dem of­fenen Klei­dungs­stück heraus lugte. „Du kleines, böses Ad­re­nalin!“ zi­schelte sie leise ki­chernd in die Dun­kel­heit des Büros hinein. Aber sie ließ ihre Nackt­heit da wo sie war. Vor we­nigen Mi­nuten war der Di­rektor der Bank erst ihren Reizen, dann der Ra­sier­klinge erlegen.

Auge um Auge

Totenschädel in der Kirche Immeldorf
Image via Wikipedia

Ein Video macht die Runde. Zu sehen sind eine Gruppe von Män­nern und Kin­dern, die einem an­deren Mann schreck­liche Ge­walt antun. Wäh­rend die Kinder nur Zu­schauer sind, stei­gern sich die Männer in eine Spi­rale von Ge­walt hinein. Der Mann wird brutal zu­sam­men­ge­schlagen. Am Boden lie­gend, treten die Männer weiter auf ihn ein. Er blutet aus di­versen Wunden am Kopf. Kann kaum etwas sehen. Plötz­lich tau­chen wei­tere Männer auf, die ihn mit einer Flüs­sig­keit über­gießen. Ein blauer Eimer wird her­an­ge­holt. Wei­tere Flüs­sig­keit wird auf das Opfer ge­schüttet. Sie brennt ihm in den Augen. Er fängt an sich ve­he­ment zu wehren, als man ver­sucht ihm einen Au­to­reifen von oben über die Arme zu stülpen. Sie schaffen es nicht. Mit voller Wucht wird ihm der Reifen auf den Kopf ge­schlagen. Als wei­tere Ver­suche schei­tern, greift man zu an­deren Mit­teln. Plötz­lich zün­geln Flammen auf dem Rü­cken des Mannes. Dieser be­ginnt zu rennen. Die Meute be­gleitet seinen To­des­kampf. Tritt und schlägt weiter auf ihn ein. Ich mache aus. Genug. Nein, dies ist kein Film. Es ist Rea­lität. Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Wei­ter­lesen