Schlagwort-Archiv: Menschen

Nix

Es gibt nichts, über das ich mo­mentan schreiben könnte. Alles ist ent­weder schon tau­send Mal er­wähnt und durch­ge­kaut, oder so banal, dass es mich graust, dar­über noch einen Satz zu ver­lieren. Ob Po­litik, Un­wetter oder Ver­bre­chen, ja, selbst die wun­der­vollen Dinge, gab es schon und wird es immer wieder geben.

Und weil das alles so ist, höre ich Musik, lese Bü­cher und lasse die Welt weiter passieren.

Viel­leicht könnte ich euch etwas über das letzte Buch er­zählen, das ich las. Der Ta­fel­spitz. Eine Ge­sell­schafts­kritik aus einer Zeit, da be­suchte ich noch die Grund­schule. Ein lus­tiges Buch. Sehr amü­sant, wenn auch zeit­weilig etwas alt­ba­cken ge­schrieben. Beim Lesen kam aber auch wieder dieser Ge­danke. Alles war schon mal da. Und es hat sich nichts ge­än­dert. Gar nichts. An­dere Men­schen viel­leicht. Aber be­zogen auf mein per­sön­li­ches Le­bens­alter, sind selbst die Prot­ago­nisten die selben ge­blieben. Ge­al­tert, aber nicht geändert.

Tja. Nix halt.

Die Mauer

Zu­ge­geben, wir leben, ober­fläch­lich be­trachtet, in einer si­cheren und sta­bilen Re­gion. Deutsch­land, ja Eu­ropa, gilt für viele Men­schen als Zu­fluchtsort und Hoff­nung auf ein bes­seres Leben. Das ist nicht ver­wun­der­lich, schaut man sich die kol­por­tierten Zahlen der Re­gie­rungen an. Ich möchte an dieser Stelle aber nicht auf die De­tails ein­gehen, auf die Wahr­heit, die für viele Men­schen ge­rade jetzt pas­siert. Es geht mir nicht um die ver­schwie­gene Armut, um die Exis­tenz be­dro­henden Ar­beits­ver­hält­nisse etc…  Wei­ter­lesen

Wie sie sind?

Wie mochte sie wohl sein, die neue Scheibe von Porter, live ge­spielt? Wie mochte wohl der Film von Ulf ge­worden sein, in den er so­viel En­ergie und Zeit ge­steckt hatte? Wie mochten sie wohl sein, all die Men­schen, die ich dort treffen würde und die bisher meis­tens nur einen Avatar als Ge­sicht hatten? Die CD läuft im Player rund und mit vielen von den Gästen pflege ich seit Jahren eine aus­ge­prägte Twit­ter­be­zie­hung und von dem Film kannte ich ja nur eine Szene, in der ich selber vorkam. Wie also würde dieser Abend werden? Ich war sehr ge­spannt. Zu­ge­geben, Auf­re­gung mul­ti­pli­ziert Span­nung.  Wei­ter­lesen

FiftyFifty

Jeden Tag steht er an der Ecke zum Ein­kaufs­laden. Eine blaue, ab­ge­wetzte Ta­sche über seinen schmalen Schul­tern hängen, in der einen Arm­beuge einen Stoß Zei­tungen. Er sagt nie etwas, nur »Danke« und zu uns seit ge­raumer Zeit »Guten Tag«. Seine Sprache klingt fremd, sein Äu­ßeres spricht von Sonne und Wind aus einem an­deren Land. Ich kann nicht ab­schätzen wie alt er ist, aber er wird in etwa mein Jahr­gang sein. Wenn, dann eher jünger. Aber das von pech­schwarzen Haaren ein­ge­rahmte Ge­sicht, mit seinen tiefen Sor­gen­falten, den Narben, weiß von schlimmen Zeiten zu be­richten.  Wei­ter­lesen