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Und nun, Hans?

Ich sitze hier in meinem Sessel, laut spielen Lauter Bäumen mit Hans auf und es geht um ein scheiß Leben. Hans — bisher ahnte ich nicht, wie viel Hans tat­säch­lich in mir steckt. Da gibt es zwar kein Ja­ckett in meinem Schrank, aber Wellen in meinem Kopf, die immer weiter wollen. Und mich, der ich immer da bleiben will, wo alles steht, wo ich mich aus­kenne. Jetzt ist es so­weit und ich kenne mich nicht mehr aus. Wann ist nun ein Ab­sprung richtig, wann wech­selt man den Job, ob­wohl man sich grade wohl fühlt und ei­gent­lich an­ge­kommen ist? Nichts lag je in un­serer Hand, in den Händen von allen Hänsen, die hier (noch) be­schäf­tigt sind.

Was wir schon lange ahnten ist nun Ge­wiss­heit. Es gibt einen in­ter­es­sierten In­dus­trie­kon­zern, der uns gerne kaufen möchte. Und von allen be­kannten Größen die es im Markt der Groß– und Wind­ge­triebe gibt, ge­fällt mir keine ein­zige Op­tion. Viel­leicht ist das aber auch nur der Hans in mir, der mich in der Ecke sitzen lässt, mit dem scheiß Schif­fer­kla­vier. Da wo alles steht kennen wir uns aus. So ist das halt.

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Umwege

Was, wenn ich da­mals nicht auf den Mann der Be­rufs­be­ra­tung ge­hört hätte, der mir meinen Wunsch als Com­pu­ter­ex­perte zu ar­beiten aus­ge­redet hat?  Was, wenn ich nicht ein Hand­werk er­lern hätte? Was, wenn nicht den Drang ver­spürt hätte, immer mehr zu wissen und mehr zu können? Was, wenn ich nie­mals Mo­torrad ge­fahren wäre?
Das sind alles Fragen, die mehr oder we­niger in schwie­rigen Si­tua­tionen hoch­kommen und nach einer Ant­wort for­dern.  Wei­ter­lesen

Und überhaupt

Wann hast du zu­letzt das Leben laut und freudig zelebriert?

Was ist an deinen Tagen denn so dunkel, dass du nicht mehr la­chen kannst?

Du war­test bis alles ver­laden ist und das Seil am Last­kran leise quiet­schend am ein­samen Kai im Takt deiner Le­bens­angst pendelt.

Und über­haupt, du stehst da in den Pfützen, siehst das Meer, die Wellen und fühlst die Leere, nicht die Weite, siehst nicht den Horizont.

In­mitten deiner ei­genen Mo­no­tonie ver­fluchst du dich und den Sturm, den du ge­fangen in dir begräbst.

Wann hast du zu­letzt mit Men­schen ge­meinsam gelacht?

Was ist in deiner Welt denn so schief ge­laufen, dass du nicht mehr fühlen kannst?

Der Trott als Trost für deine Be­we­gungs­lo­sig­keit, die Rich­tung immer gleich, an den grauen Mauern ent­lang, Beton im Kopf und davor.

Und über­haupt, du stehst da in den Straßen, siehst die Men­schen, das Leben, fühlst die Leere, nicht den Trubel, siehst nicht die Möglichkeiten.

In­mitten deines Selbst­mit­leides weinst du Tränen um dich und deine Liebe, die du ge­fangen in dir begräbst.