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Reisebericht — Wesel, Schlote & Autos

Coats of arms of Wesel
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Sie haben es richtig er­kannt. Unser Weg führte uns heute in das be­schau­liche Ört­chen Wesel am Nie­der­rhein. Bisher kannte ich es nur vom Hö­ren­sagen. Kre­felder be­haupten ja hart­nä­ckig, die We­seler seien die schlech­testen Au­to­fahrer ent­lang des großen Stroms. Nach der heu­tigen Fahrt kann ich dies nur be­stä­tigen. Auch scheinen mir die jungen Leute, also die jen­seits der Pu­ber­täts­akne, mit we­sent­lich mehr Drei-Tage-Bart aus­ge­stattet zu sein, als selbst in Hol­ly­wood er­laubt wäre. Aber gut, wir wollen uns nicht über Bärte un­ter­halten. Ein Hin­weis sei noch er­laubt. Die Autos dieser Sta­chel­schweine, emp­fand ich pro­por­tional an­ge­be­risch zur Länge der Gesichtsbehaarung.

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Frühlingsgedanken

Bellevue; 1,148 m; Gottschalkenberg; Zug; Swit...
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Bis grade noch, ganz still und starr,
lag er nieder über’n ganzen Winter da.
Erst eis– und schnee­be­deckt,
jetzt von Wind und Regen hastig auf­ge­weckt.
Der Äcker brauner Mantel mit den Knit­ter­falten,
wird vom Bauer als­bald für reif ge­halten.
Die Klinge führt es bis zu einem Ende,
auf dass die Krume sich drehe und wende.
Auf dem Hofe in den di­cken Sä­cken,
will die Saat jetzt end­lich an der Erde lecken.

Von der Ungefährlichkeit der Tomate

Ich bin ich. Das ist so­weit erstmal richtig. Fangen sie aber an und dis­ku­tieren mit einer To­mate über die Exis­tenz eines Ich in uns, kann dieser Satz ins Wanken ge­raten. In diesem Fall kann es pas­sieren, dass sie be­rech­tigte Zweifel am ei­genen Ich hegen. Oh, nicht aus­schließ­lich an ihrem ei­genen Ich, son­dern auch am Du an­derer Menschen.

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Erdenschoß

Eis­kaltes Mond­licht um­schmei­chelt meine Seele und über den Wolken schreit der Adler meine Hymne in den Himmel. Der Stein als Ma­ni­fest meines Na­mens, un­be­kannt, uralt, un­ver­gäng­lich. Aus den höchsten Bergen schüttet sich der Kla­ge­ge­sang in die Welt — Die Natur er­in­nert sich! Das Echo meiner Wut hallt durch ver­gan­gene Äonen auf­wärts in eure Gegenwart.

Jahre in bren­nender Gleich­gül­tig­keit brannten Ein­sam­keit in mein Herz, wäh­rend Erde meine Speise und Staub die Er­qui­ckung wurden. Mit ei­siger Haut durch­pflügte ich die fahlen Mas­sive — nichts wi­der­stand meinem Willen. Und doch fand ich keine Hoff­nung, keinen Glauben noch die in­nere Wärme.

In end­loser Rück­kehr ent­zündet sich das er­lo­schene Feuer zu neuer Größe. Heiß und bei­ßend formt es meinen Körper neu, als die Erde mich aus ihrem Schoß ge­bärt und diese Seele, so alt wie das Granit der äl­testen Berge, zu­rück in den Körper presst.

Druide! Sprich die Runen, rufe meinen Namen aus und wir werden wieder eins mit der Erde dieser Welt sein. Eins mit meiner Erde.

Und seht her! Das Uni­versum ist mein Pferd, Ga­la­xien mein Schild. Ich bin der Ster­nen­krieger, ge­boren von Gaia.

Endlos und ewig wollen wir sein.