Schlagwort-Archiv: Gewalt

Was stimmt nicht mit uns?

Liebe Männer,

Ge­walt ist Mist. Sie bringt euch nie dahin, wohin ihr wollt. Ihr wollt Zu­nei­gung? Die Ohr­feige aus Wut, weil euch diese ver­wehrt bleibt, macht es nur noch schlimmer. Eure an­geb­liche Liebe ist nun ein Opfer. Und nichts, wirk­lich nichts auf dieser Welt, wird diesen einen Mo­ment wieder gut ma­chen können. Nach der Ohr­feige zerrt ihr an der Wä­sche, wollt sie end­lich haben und nehmt euch, was euch in euren Augen zu­steht. Ist das nor­males Ver­halten? Denkt ihr, ihr seid geistig ge­sund, wenn ihr eure Frau, Freundin oder über­haupt eine Frau zu etwas zwingt? Ihr ver­geht euch an meist kör­per­lich un­ter­le­genen Men­schen und de­gra­diert alles, was diesen einen Men­schen aus­macht, zu einem Haufen Fleisch, der euch wehrlos aus­ge­lie­fert ist. Und hin­terher kommt die Scham. Und aus der Scham er­wächst Wut, weil ihr jeden Tag die Augen sehen müsst, die euch angst­er­füllt an­ge­starrt haben. Und aus der Wut kommt noch mehr Ge­walt. Ihr seht, es ist kein Weg. Niemals.

Es sind er­schre­ckende Ein­blicke in die Le­bens­wirk­lich­keit von Frauen in Eu­ropa. Jede dritte Be­fragte einer EU-weiten Um­frage wurde schon einmal Opfer von kör­per­li­cher oder se­xu­eller Ge­walt, jede 20. Frau be­rich­tete von Vergewaltigung.

via EU-Studie: Frauen er­leben häufig psy­chi­sche und phy­si­sche Ge­walt — SPIEGEL ONLINE.

Gewaltig daneben

Er weiß, er will das Rich­tige. Eine Welt, in der alle fried­lich leben können, die Frei­heit ge­nießen und es keine Armut mehr gibt. Und dafür ist er heute auf die Straße ge­gangen, hat sich mit tau­senden Men­schen ver­bündet, um der Ob­rig­keit die Falsch­heit ihres Tuns zu er­klären. Als er später den Ord­nungs­kräften ge­gen­über steht und die Stim­mung ins­ge­samt kippt, greift auch er zum Stein. An­ge­sta­chelt von der Masse und der At­mo­sphäre, lässt sein Ad­re­nalin den ersten Stein auf einen Po­li­zis­ten­helm fliegen. Der Stein trifft nicht, er wird fest­ge­nommen und ist ab jetzt in den Akten derer, die er be­kämpfen möchte.  Wei­ter­lesen

Schläge

Es ent­setzt mich, dass mir Men­schen wahr­haftig er­klären wollen, dass Kinder (dann auch Bratzen ge­nannt) durchaus mit Schlägen in die Grenzen ge­wiesen werden müssen. Da keimt die Frage in mir auf, wie viel Ge­walt sie selber in ihrer Kind­heit aus­ge­setzt waren. Ganz oft habe ich den Ver­dacht, da spielt Neid auf fröh­liche Kinder eine große Rolle. Nicht ver­ar­bei­tete ei­gene Trau­mata, die dazu bei­tragen, das Er­lebte immer und immer wieder fort­zu­führen.  Wei­ter­lesen

Gewalt

English: Sculpture "Den Opfern der Gewalt...

Image via Wikipedia

Schlagen, er­nied­rigen, un­ter­werfen, beschimpfen.

Es gibt viele Arten der Ge­walt. Die schlimmste Art diese zu er­fahren ist, von den ge­liebten Men­schen, zu denen wir em­por­schauen, die wir nach­ahmen, denen wir ver­trauen und die jeden Tag um uns sind, in ir­gend­einer Form der Ge­walt aus­ge­setzt zu sein. Es bleibt nicht viel übrig, wessen man sich si­cher sein kann. Fragen brennen im Kopf, ver­nichten jeden lo­gi­schen Ge­dan­ken­gang, schlimmer, sie zer­mürben die Fä­hig­keit selber Em­pa­thie zu empfinden.

Ver­lust, Angst, Schre­cken, Misstrauen.

Der Schläger, die Schlä­gerin, was mag ihnen pas­siert sein? Ge­walt ist nie eine Tat, um je­manden zu etwas Guten zu be­wegen. Ge­walt zeigt all das, was in den Men­schen steckt, das sie nicht ver­ar­beiten können, Exis­tenz­ängste, Un­si­cher­heit und ei­gene, ekla­tante Mängel. Mit jedem ver­dammten Schlag, mit jedem Wut­aus­bruch werden all diese kleinen Saat­körner der Ge­walt in den Schutz­be­foh­lenen gepflanzt.

NIEMALS GEWALT

Perspektive

wild  forest

wild fo­rest (Photo credit: SI​RHENRYB​.is ****the dreamer****)

Diese leisen Farben dämpfen seine Raserei;

sie starrt an die Wand;

er schreit Nerven blank, schabt Kno­chen bleich;

sie starrt an die Wand;

er wirft Wörter, zer­split­tert Leben;

sie starrt an die Wand;

er ver­spritzt Blut, ver­schlingt Vertrauen;

sie starrt an die Wand;

wo Mutter und Vater sind, bli­cken auf sie nieder,

er mit ge­ballter Faust;

und die leisen Farben halten sie in der Welt.