Schlagwort-Archiv: Erinnerungen

Das letzte Mal

Ich er­in­nere mich noch an diesen heißen Sommer von da­mals, als wenn es ges­tern ge­wesen wäre. Wie wir täg­lich den Fuß­marsch zu dem Teich be­stritten. Zwi­schen uns bau­melte der alte Ei­sen­eimer mit un­seren Uten­si­lien: An­gel­schnur, Si­cher­heits­na­deln, Würmer, min­des­tens eine Pa­ckung Over­stolz und eine Fla­sche Wasser, manchmal auch Bier.  Wei­ter­lesen

Abgeschaltet

Viel­leicht re­sul­tiert mein Emp­finden einzig aus der von mir ge­wählten Fil­ter­bubble. Es ist aber durchaus mög­lich, dass dort draußen im Netz immer mehr Men­schen die whistles and bells als ner­vige Be­gleiter im Tag er­kennen. Nicht nur die Smart­phones vi­brieren zu jedem Nach­rich­ten­ein­gang, klin­geln in den un­mög­lichsten Si­tua­tionen, auch der sta­tio­näre Rechner hat mitt­ler­weile eine Be­nach­rich­ti­gungs­zen­trale ein­ge­baut.  Wei­ter­lesen

Scharfes Huhn

Ich werde heute noch rot, denke ich an diesen Mo­ment in meinem Leben. In den ersten Tagen meiner Lehre bekam ich recht schnell mit, dass ich mehr Er­fah­rung hatte als die an­deren Lehr­linge. Und wie das so ist, muss man als Jung­go­rilla ja immer die Sil­ber­rü­cken be­ein­dru­cken (ja, später wollen wir sie ver­drängen, aber da war ich noch nicht).

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Übergänge

Coat of arms of Eberholzen

(Photo credit: Wikipedia)

Wir fuhren von Nordrhein-Westfalen aus über Nie­der­sachsen, Hessen, wieder Nie­der­sachsen, Thü­ringen nach Sachsen-Anhalt. In vie­lerlei Hin­sicht eine für mich his­to­ri­sche Reise. Ein lieber Freund fei­erte seinen 60. Ge­burtstag, für mich war es der erste Be­such in den neuen Bun­des­län­dern und zeit­gleich doch eine Route zu­rück zu den Wur­zeln. Wenn man so will.

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Fotowände sind auch ein Horizont

Deutsch: Morgennebel im Ambergau, Landkreis Hi...

Image via Wikipedia

Die be­wussten Re­flek­tionen deines Le­bens bilden den Ho­ri­zont, den du sehen und viel­leicht sogar ver­stehen kannst. Es gibt aber keine Ga­rantie dafür. Du er­lebst Si­tua­tionen und nimmst sie in deinem Ge­hirn auf. Welche Schlüsse, Er­in­ne­rungen und An­for­de­rungen später daraus werden, ist nur in deinem Kopf vor­handen. Für an­dere Be­tei­ligte gibt es an­dere Er­geb­nisse, weil sie die Si­tua­tionen zwar nicht an­ders er­lebt haben, aber mit un­ter­schied­li­chen Er­in­ne­rungen, Ein­drü­cken aus ihrer Ver­gan­gen­heit ab­glei­chen und be­werten. Wichtig für den Ab­gleich deiner Er­fah­rungen ist der Aus­tausch mit Men­schen, die einen neuen Blick­winkel in Si­tua­tionen bringen, weil ihr Fokus an­ders ein­ge­stellt ist. Bleibst du mit deinen Ein­drü­cken iso­liert, baust du eine Welt um dich herum auf, die nur für dich exis­tent ist. Du wirst auf Un­ver­ständnis stoßen, weil nach einer ge­wissen Zeit die Si­tua­tionen durch die ein­sei­tige Sicht fest­ge­legt sind. Es wird schwer für beide Seiten einen Ab­gleich zu finden.

Um so mehr ist es wichtig, dass der Ho­ri­zont des In­di­vi­duums durchaus ab­wei­chen kann, aber wir uns mit un­serem Ge­gen­über be­schäf­tigen und Ver­ständnis für die Po­si­tion minds­tens ver­su­chen auf­zu­bringen. Das ist auch eine Frage des Re­spekts. Der Ho­ri­zont wird ja eben aus Hoff­nungen, Wün­schen und realen Eri­nen­rungen zu­sam­men­ge­setzt. Wenn all diese stoff­li­chen und ge­dank­li­chen Mo­mente eines Men­schen nicht re­spek­tiert werden, was wollen wir dann ge­meinsam erreichen?