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Anextlomarus

Theodor Stundl - Reue
Theodor Stundl — Reue (Photo credit: Wikipedia)

Schlafe Geist, schlafe.
Schlafe Ge­wissen. Reue nicht. Igno­riere, igno­riere, igno­riere.
Schlafe Liebe. Be­gehre nicht. Ver­dorre, ver­dorre, ver­dorre.
Schlafe Wut. Er­rege nicht. Friss, friss, friss.
Schlafe Mensch­lich­keit. Gebe nicht. Ich, ich, ich.
Schlafe Geist, schlafe.
Wenn du er­wachst, blickst du mitten in die Sehn­sucht die dein Leben zeichnet.
Und alles wird wahr. Alles ist wahr.
Schlafe Geist, schlafe.

Leere

justice peeking, Veritas et Justitia (2007),  ...
Image by lu­mie­refl via Flickr

Die Themen werden mit selbst­ver­ständ­li­cher Ge­halt­lo­sig­keit ge­füllt und an­er­kannt. Es wird kein Ge­mein­platz aus­ge­lassen, um die alles zer­set­zende Leere ihrer Ge­dan­ken­welt zu plat­zieren. Aus einer öden Tris­tesse sam­meln sich Phrasen und grau for­mu­lierte Nich­tig­keiten, um der bunten Sty­ro­por­welt eine Ah­nung vom Leben ein­zu­hau­chen. Ge­schickt von der Ein­falls­lo­sig­keit ihrer Ideen ab­len­kend, senden sie fade Plat­ti­tüden aus spröden Lippen, als Be­kennt­nisse zu einer glo­ri­fi­zierten Ba­na­lität. Es liegt viel Tri­via­lität in ihrer er­lo­genen Macht, die an­dern­orts über Leben und Tod ent­scheidet.
Doch will das ei­gent­liche Faktum rea­lis­tisch sein und als Tat­sache in die Wirk­lich­keit ge­lassen werden. Um aber der Leere ihrer Lehren nicht ernst­haft zu schaden, wird alle Wahr­heit als bieder ab­getan. Strom­li­ni­en­för­mige, wa­ckere Bur­schen heu­chelt man aus schwarzen An­zügen unter Gel glän­zenden Haaren hervor. Die Recht­schaf­fen­heit als hei­lige Al­lianz, sauber und se­riös, von Lack­schuhen und Her­me­lin­män­teln als he­do­nis­ti­sche Lach­nummer ne­giert. Was ist ehrbar und rech­tens, wenn mit dem Ge­gen­teil das Geld ver­dient und über uns re­giert wird?

Seid wachsam und blickt der Lüge tief in die Augen. Bis auf den Grund ihrer ewigen Schwärze.

Beim Kreischen der Trennscheibe

Casting shadows
Image by bishib70 via Flickr

Es ist dunkel in deinem Kopf. Wohin du auch schaust, dif­fuses Licht dringt zwi­schen er­mat­teten Li­dern in die be­stän­dige Schwärze deines Ge­hirns. Dieser ehe­mals so ver­läss­liche Ap­parat hält mo­mentan nur die ve­ge­ta­tiven Funk­tionen auf­recht. Du at­mest, Leben willst du es nicht nennen. Das Herz, einst voll Freude po­chend, liegt nun kalt und hart in deiner Brust. Nichts ist ge­blieben. Ein Leben vor den Hunden. An dieser Stelle sage ich dir, ge­nieße diesen Mo­ment! Viele wird es in deinem Leben nicht geben.

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Over and out

Left to right, Eric E. Schmidt, Sergey Brin an...
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Das Spiel mit den Daten. Dabei ist es gar kein Spiel, son­dern ein flo­rie­rendes Ge­schäft. Per­so­na­li­sierte An­zeigen im Netz oder an­dere Arten der per­sön­li­chen Be­treuung durch die Wer­be­branche, ge­hören schon lange nicht mehr der Ver­gan­gen­heit an. Wie viele Kunden haben im Ansinnen von Prä­mien eine PayBack-Card be­nutzt? Mitt­ler­weile ist ja auch klar, dass die Firmen, die aus­schließ­lich meine Kon­to­daten bei einem Ein­kauf per Kar­ten­zah­lung si­cher in den Hafen bringen sollen, diese zu Rating-Zwecken an Banken wei­ter­geben. Easy­Cash dürfte noch in der jüngsten Er­in­ne­rung vor­handen sein. Dann kam Google+ von einem be­reits be­rühmt be­rüch­tigten Unternehmen.

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