Schlagwort-Archiv: Blick

Einfach

Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir es nur ober­fläch­lich be­trachten.
Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir nur keine Ge­fühle zu lassen.
Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir nur dis­tan­ziert genug sind.
Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir nur keinen Ge­danken ver­schwenden.
Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir nur nicht teilen.
Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir nur Pro­bleme aus­blenden.
Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir nur keine Ver­pflich­tungen ein­gehen.
Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir nur keine Ver­ant­wor­tung an­nehmen.
Alles er­scheint ein­fa­cher, wenn wir nur nicht lieben.

Bis uns das Leben ein­fach nur kalt, un­barm­herzig und ober­fläch­lich erscheint.

Und nur, weil alle dis­tan­ziert bleiben und keine Ge­fühle zulassen.

Diese elenden Ego­zen­triker und Alleinunterhalter.

So ist es doch schön einfach.

Wandel oder Taumel?

Deutsch: Debatte im Jakobinerklub über Frieden...
Deutsch: De­batte im Ja­ko­bi­ner­klub über Frieden oder Krieg gegen Ös­ter­reich und Preußen im Ja­nuar 1792 (Photo credit: Wikipedia)

In der De­batte um das Ur­he­ber­recht gehen alle Be­tei­ligten mitt­ler­weile auf die Bar­ri­kaden. Po­lemik trifft auf Starr­sinn. Hüben wie drüben scheinen die Stand­punkte un­ver­einbar. Es wird von Krieg ge­spro­chen, eine Art der De­bat­ten­füh­rung, bei der ich hoffe, die Dis­ku­tanten wissen welche Wörter sie dort be­nutzen. Egal welche Seite ich mo­mentan höre, das ein­zige was ich wirk­lich wahr­nehme, ist dieser Me­ta­kon­text: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“

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Null

Mensch aus Menschen isst Menschen.
Mensch aus Men­schen isst Men­schen. (Photo credit: Ro­bert Agthe)

Eines Tages wachte er in einem fremden Zimmer auf. Die Luft um ihn herum roch nach un­ge­wohnten Men­schen. Seine Augen starrten in das un­be­kannte Licht eines neuen Tages. »Ach«, dachte er sich, »es ist doch egal. Alles ist fremd. Am meisten ich mir selbst.« Zu­erst be­wegte er sich nicht. Sein Körper hätte, wäre die Ma­tratze nicht ge­wesen, auch auf dem Boden liegen können.

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Erneuerung

Mittags am Deich
Mit­tags am Deich (Photo credit: BlueRidgeKitties)

Sie streckten ge­meinsam die Finger in den Himmel, von ihren Spitzen liefen kleine Welle über das Fir­ma­ment. Die Welt wollte sich aus­dehnen, sich eman­zi­pieren von allem, was war, doch deu­tete sie die letzte Kon­se­quenz nur an, er­hielt die Struktur, ohne zu bersten.

Ein Schau­dern hetzte ge­dan­ken­ver­loren über die Arme, lieb­koste kurz den Na­cken und wand sich in Spi­ralen den Rü­cken hinab, zwickte leicht in die Waden, sprang auf den Boden, verharrte.

Für einen selt­samen, kleinen Au­gen­blick schien die Welt zu tru­deln, bevor am Rande der Wahr­neh­mung die Sonne in My­riaden von äthe­ri­schen Kas­kaden herab reg­nete. Ein Son­nenbad in li­quiden Wellen aus Licht­fäden durch­brach die Stra­to­sphäre, drang in sie ein und wärmte von innen.

Rea­lität rieb sich an der auf­kom­menden Lu­zi­dität einer von Farben durch­drun­genen Welt, deren Kanten in den schönsten Träumen der Un­schuld zu gi­gan­ti­schen Farb­spielen er­blühten, um den alten, tro­ckenen Staub zu­rück in das kalte Uni­versum zu drücken.