Sonntag

Du erwachst und liegst noch ein wenig vom Schlaf berauscht unter der warmen Bettdecke. Draußen empfängt dich das leise Tropfen des frühen Regens, sein Pochen auf Fenstersims und Boden, fast so, als wollte er dich aus dem Bett komplementieren. Minuten später erfüllt aromatischer Kaffeeduft das Haus, während die Stille der Nacht allmählich den Geräuschen das Tages weicht. Immer mehr Töne spülen die tanzenden Lichtstrahlen an das Ufer deiner heimlichen Glückseligkeit. Wolken, schwer beladen, ziehen reinigend weiter und wecken den Rest der Welt. Du weißt, bald geht der Trubel um dich herum los. Doch jetzt noch, in den letzten ruhigen Minuten, wenn der Tag sich vor die Nacht drängt, die Farben über das Schwarz der Nacht ausgeschüttet werden, kannst du deinen heißen Kaffee genießen. Du sitzt still, es dampft aus deinen hohlen Händen und die Lippen kosten vorsichtig den morgendlichen Lebensspender, den flüssigen Weckruf. Schon alleine dafür lohnt es sich, jeden Sonntag wieder und wieder zu erwachen.

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