Botschaften

Bundesarchiv Bild 102-11038, Berlin, Arbeitssc...

Wenn uns be­wusst ist, dass wir nicht nicht-kommunizieren können, sollte doch eben diese Er­kenntnis dahin führen, dies auf er­denk­lich gute Weise zu ma­chen. Wir hin­ter­lassen mit jedem Wort, jedem Ge­sichts­aus­druck und der Kör­per­hal­tung, eine Spur im Ge­dächtnis un­serer Ge­gen­über. Ich kann ge­zielt kom­mu­ni­zieren, indem ich die Form und das Me­dium so wähle, dass ich ver­standen werde, wie ich es er­hoffte. Nicht immer wird dies ge­lingen, denn auch hier bin ich auf den Bei­trag meines Ge­gen­übers an­ge­wiesen. Ich kann mein Ge­gen­über aber auch ganz klar ma­ni­pu­lieren. Dazu muss ich nicht zwin­gend ver­standen werden. Die Me­ta­bot­schaft tritt in den Vordergrund.

Es ist er­schre­ckend wie Men­schen, die in der Öf­fent­lich­keit stehen, mit der Kom­mu­ni­ka­tion um­gehen. Ihre Bot­schaften sind selten ein­fach und selten wirk­lich mit Sub­stanz ver­sehen. Teils aus Selbst­schutz, oft­mals aus purer Be­rech­nung. Denn ihren Zweck er­rei­chen diese Bot­schaften schon. Das, was die Men­schen meinen zu ver­stehen, ist die ei­gent­liche Bot­schaft. Sie im­pli­ziert Ge­danken, An­nahmen und sug­ge­riert oft­mals eine Ei­nig­keit zwi­schen Sender und Emp­fänger, die es nicht gibt. Po­li­tiker. Jour­na­listen. Ma­nager. Künstler. Auf­merksam lesen, hören und nach­denken, nach­schlagen, Hin­ter­gründe er­mit­teln, aufklären.