DRM – Deutsche Reichsmark

Vor wenigen Tage veröffentlichte ich mein erstes E-Book. Es entstand vom Text bis hin zum Cover im kompletten Eigenbau. Das Lektorat, nein, das Korrekturlesen, wurde von der FamS* übernommen. Sie hat als langjährige Mitarbeiterin in einem kleinen Verlag, einige Erfahrung sammeln können.

Beim Erstellen des Eintrags auf Amazon, stand ich vor der Frage, ob ich DRM einschalte oder nicht. Ich will nicht verhehlen, dass ich nicht lange darüber nachdachte. Ich wunderte mich eher über diese Möglichkeit, weil ich an dieser Stelle überhaupt nicht damit rechnete. In der Folge starrte ich einige Sekunden auf das Kästchen, in dem der  entsprechende Haken gesetzt werden konnte. Amazon warnte mich, dass ohne DRM das Buch nicht vor Weitergabe an Dritte geschützt ist.

Wenn jemand mein Buch genießt, soll er es bequem haben. Ich möchte dem Leser, der ja schon durch die verschiedenen Anbieter und Formate enge Fesseln angelegt bekommt, nicht auch noch die DRM-Stricke anlegen. Ich stelle mir dabei einen lauen Abend vor, das Pärchen liegt im Bett und jeder schmökert auf seinem Reader sein Buch. Dann sagt sie: „Ich bin fertig! Was liest du denn da? Ist das interessant?“ Und er antwortet: „Ja, voll spannend, willst du es auch lesen?“

Tja, und weil nun DRM, die Formate und andere ungelöste, technische Restriktionen greifen, kann er seiner Herzdame nicht das Buch over the Air zuspielen. Das ist doch erbärmlich! Ich möchte das nicht. In meiner Welt tauschen Familien, Verwandte und Freunde ihre Bücher immer noch, als wenn sie aus Papier bestünden.  Die Deutsche Reichsmark hat auch nicht funktioniert. Und mit DRM wird das Buch eher weniger gelesen, als mehr Geld damit verdient. Auch bin ich der Meinung, dass nicht jeder der Kunst zum Kauf anbietet, automatisch reich werden muss. Soll. Kann.

Ich werde alle meine Bücher, Hefte etc. die da noch kommen, grundsätzlich ohne die Geißel DRM ausliefern. Tauscht, lest, genießt und habt Spaß dabei. Dafür habe ich es geschrieben! Und wenn ihr es toll findet, bin ich glücklich. Je mehr Menschen mich lesen, desto stolzer schwillt mir die Brust. Und es ist ein tolles Gefühl, jenseits der monetären Befindlichkeiten dieser Welt, eine derartige Akzeptanz zu finden.

*FamS = Frau an meiner Seite
PS: Die Deutsche Reichsmark soll ausdrücken, für wie überholt ich diese Befindlichkeiten halte.

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5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Liebste Trueffi,

      es gibt kein dummes Nachfragen. Es gibt auch niemanden, der alles weiß. Darum ist das Internet doch so toll! Wir fragen und kriegen die Antwort. Nicht wie früher beim Oppa: “Hömma Jung! Das weiß ich nich, datt muss du dann auch nich wissen!”

      In diesem Sinne, fröhliches Fragen :-)

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