In einem Zimmer unter einem Bett stand ein kleiner Karton und schaute traurig in die Welt. Vor einiger Zeit war er noch ein glücklicher Karton gewesen, trug er doch die schönsten Schuhe in sich, die sich ein Mädchen wünschen konnte. Doch was war der kleine Karton erstaunt, als das Mädchen die Schuhe aus dem Karton entnahm, ihn achtlos unter das Bett schleuderte und nur noch Augen für die Schuhe hatte.
So stand er nun Woche um Woche unter dem Bett, unterhielt sich ab und zu mit den kleinen Wollmäusen, die sich zu ihm gesellten oder dem roten Ball. Aber diese Freundschaften hielten nicht lange. Die Wollmäuse wurden regelmäßig vom Staubsauger gefressen, der rote Ball durfte ganz oft zum Spielen hinaus. Der kleine Karton aber rutschte immer weiter unter das Bett, bis er endlich alle Hoffnung aufgab.
Eines Tages, es muss ein Freitag gewesen sein, kam die Mutter des kleinen Mädchens in das Zimmer und fragte ihre Tochter: „Am Sonntag hat der Papa Geburtstag. Willst du nicht etwas Schönes für ihn basteln?“ Das Mädchen war sofort Feuer und Flamme für die Idee. Sie überlegte fieberhaft, was sie für ihren geliebten Papa Tolles tüfteln konnte. Ein Bild malen, zu einfach. Ein Flugzeug basteln, zu schwer. Dann erinnerte sie sich an den kleinen Karton, rannte zu ihrem Bett, warf sich darunter und kramte nach dem Karton. Zwischen einigen alten Büchern und jeder Menge Staub, fingerte sie den unglücklichen Karton heraus.
Sie betrachtete ihn von allen Seiten und sagte dann: „Du wirst die schönste und beste Glückssteinkiste, die die Welt je gesehen hat!“ Der Karton war ganz aufgeregt, als das Mädchen endlich anfing und ihn mit Seidenpapier, Glanzpapier und Stickern beklebte. Sein Deckel leuchtet in einem saftigen Wiesengrün, die Seiten schillerten in allen Farben und kleine Einhörner rannten ungestüm über seine neue Hülle. Er war überglücklich und sah, dass es nicht lohnte die Hoffnung zu verlieren. Für jeden gibt es einen Platz in der Welt.


Passt auf mich….
Verborgene Schätze.Eine schöne,warmherzige Geschichte.LG