Da brachen sie auf, die christlichen Gönner des europäischen Festlandes, mit dem ehrgeizigen Ziel, den Namen Gottes in alle Welt zu tragen. Die Menschen sollten seinen Segen erfahren. Da konnte es natürlich nicht sein, dass irgendwo im Norden, eine kleine, grüne Insel mit ihrer eigenen Religion und Kultur aufwartete. Unerbittlich und zumeist brutal, zwangen sie die einzig wahren Religionen in die Gemeinschaften anderer Länder hinein.
Samhain, das ist das Fest, an dem es auch Blut-Opfer an den Unterweltgott gab. Selbstverständlich strebten die Menschen damit eine bessere Fruchtbarkeit an. Für sich und ihre Felder. Noch heute kann man eine Vorstellung der Opferrituale bekommen. Sehr anschaulich hier dargestellt:
In der irischen (keltischen) Mythologie gab es mehrere Feste, an denen die Menschen sich mit der Anderswelt verbunden fühlten. Regen Kontakt pflegten sie demnach zu den Bewohnern der Elfenhügel. Besonders schön in diesem Video zu sehen.
Diese wunderschöne, kleine und grüne Insel hatte es nicht leicht. Zumal die Christen ihre Gesetze, ah, ihre Gebote, mit jedem erdenklichen Mittel durchsetzten. Kultstätten der Kelten wurden zerstört, Klöster gebaut, um die umliegenden Dörfer unter Kontrolle des Monotheisten zu bekommen. Was dabei der Kultur angetan wurde, kann man hier mit entsprechender Lautstärke nachempfinden:
Der Ire an sich tat sich schwer mit der Vorstellung an einen Gott. Denn auf der Insel hatte man die chthonischen Gottheiten gefunden und ehren gelernt. Konträr zum Christentum, stand die Erde als Mutter von allem im Mittelpunkt. Herrje! Ein weiblicher Obergott! Diese verdammten Heiden, das können wir Christen nun mit Fug und Recht behaupten, gehörten spätestens nach dieser Erkenntnis bekehrt.
Die Iren zündeten auch gerne mal ein Feuer an, oder feierten ausgiebig in aller Gelassenheit ihre Götter. Zum Teil war dies so gelassen, dass das Treffen von Ulster sehr gut besucht war. Am Rande sei erwähnt, dass der König von Ulster die Anwesenheit jeden Mannes bei Todesstrafe erwartete. Bis heute sind die Feste der Iren ausgelassen und heiter wie man hier in Athboy sehen kann. In Athboy wurde zu heidnischen Zeiten auch ein Samhain-Feuer entzündet. Mit diesen Feuern wurden die Häuser der Menschen dann erwärmt, da ein Jeder für sein Heim einen Funken mitnahm.
Die Irische Mythologie hat auch wunderschöne Geschichten. Da gibt es Neras Abenteuer (Echtrae Nerai), eine Geschichte, in der Nera einen Tag vor Samhain zu der Burg seines Königs zurückkehrt. Er hatte die unzweifelhaft mutige Tat vollbracht, einem Gehängten einen Weidenstrick um die Fußknöchel zu binden. Zu Tagen, an denen die Pforten zur Anderswelt offenstanden, eine wirklich heldenhafte Tat. Wie er aber nun seines Weges geht, sieht er die Burg überfallen und geplündert von einem Trupp, der in einem Elfenhügel verschwindet. Mutig zwängt er sich in den Hügel und trifft dort auf eine Fee (Sídhe). Wie es nun zu Samhain so ist, erklärt sie ihm, er habe gesehen, was erst im nächsten Jahr passieren solle. Er warnte seinen König und lebte dann bei der Fee im Hügel. Vorstellbar wird das hiermit:
Zu Samhain wird das Jahr dunkel. Lassen wir uns also entführen und tauchen ein, in die mystische Welt der Iren, Kelten und unserer Vorfahren. Lauschen wir nun zum Einstieg in die fabelhafte Welt diesem erhabenen Lied:
Viel ist nicht geblieben. Die Kulturen zerrüttet, der Glauben an die Welt, an die Erdgötter, nahezu ausgelöscht aus dem öffentlichen Gemeinwesen. Nach Jahrhunderten der gnadenlosen Brutalität einer zivilisierten Welt, ist es ein klein wenig tröstlich, dass letztendlich ihre geheuchelte Dynastie, ihren letzten, dunklen und Unheil verkündenden Weg angetreten hat. Ihr letzter Gott hat sich zum Sterben hingelegt. Der Gott „Mammon“.
Was sie den Kulturen und Menschen gelassen haben, ist hier hinterlegt:
Doch an Beltane, meine Freunde, feiern wir gemeinsam das Fest des Lichts und lassen sie in den gleißenden Strahlen unserer Gemeinschaft verbrennen. Bis dahin wird die Anderswelt unser gemeinsamer Rückzugsort sein.

